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Geschrieben von: Birgit Weßolowski   
Mittwoch, 22. September 2021 15:53

Abteilung Schwimmen - Sportbericht

Bericht zum ersten Schwimmwettkampf der neuen Saison

Aufgeregt machten sich sechs Nachwuchssportler des ATSV Freiberg am vergangenen Freitag auf den Weg ins ca. 630 km entfernte Fürstentum Liechtenstein, um an den Internationalen Landesmeisterschaften im Mehrkampf von Liechtenstein im Schwimmen teilzunehmen. Neben Vereinen des Ausrichterlandes waren noch etliche Vereine aus der Schweiz vertreten. Die Nationalitäten der Sportler waren sehr vielfältig: neben Liechtenstein, Schweiz und Deutschland waren u.a. noch Italiener, Ungarn, Slowaken und Österreicher vertreten, sogar ein Sportler aus Peru.

Unter den 10 teilnehmenden Vereinen schlugen sich die Freiberger prächtig. Sie gewannen 14x Gold, 4x Silber und 2x Bronze und waren in insgesamt 23 Finalläufen vertreten – Rang 2 in einer separaten Mannschaftswertung hinter den Schweizern vom Schwimmclub Kreuzlingen, trotz der geringsten Sportlerzahl.

Einmal mehr waren die Geschwister Kristin und Magnus Bergmann herausragend, die aufgrund der vielen Finalläufe ein riesiges Programm zu absolvieren hatten. Jeder von ihnen absolvierte in nur zwei Tagen 20!!!! Starts – eine echte Belastungsprobe. Kristin (Jg. 2008) gewann dabei souverän alle fünf 100m-Strecken mit persönlichen Bestleistungen  (Schmetterling, Rücken, Brust, Freistil und Lagen) und damit mit großem Vorsprung den Internationalen Mehrkampfmeistertitel bei den Juniorinnen (15 Jahre und jünger). Etwas ärgerte sie aber maßlos: Sie verpasste über 100m Freistil in genau 1:00,00 min. ihr großes Ziel, erstmals unter der Minutengrenze zu bleiben. Über 100m Brust wollte sie eine Zeit unter 1:20 min. schaffen, was ihr in 1:19,69 min. auch gelang. Ihr Bruder Magnus (Jg. 06) stand ihr nur wenig nach: er gewann über je 100m Freistil, Rücken und Schmetterling Gold und holte über 100m Brust und Lagen Silber. Hervorzuheben sind insbesondere seine Zeiten über 100m Freistil (0:56,92 min) und 100m Rücken (1:04,64 min). Auch Magnus darf sich jetzt Internationaler Liechtensteiner Mehrkampfmeister bei den Junioren nennen.

Weitere Medaillen gewannen Mia Frisch (Jg. 09) mit Silber über 100m Schmetterling sowie Bronze über 100m Freistil und 100m Lagen. Im Brustschwimmen hätte sie sogar um den Sieg mitschwimmen können, wurde aber unverständlicherweise im Vorlauf disqualifiziert. Über 100m Rücken belegte sie im Finale Platz 4. Ihr Bruder Jonathan (Jg. 07) holte sich überraschend über 100m Brust die Silbermedaille und stand weitere drei Mal im Finale (1x 4., 2x 5.). Janis Tanneberger (Jg. 10) verpasste 4x knapp als 6. bzw 7. das Finale, letztendlich schaffte er es über 100m Schmetterling und wurde dort Fünfter.

Der jüngste Freiberger, Arian Tanneberger (Jg. 12), wurde leider bei den ein Jahr Älteren mitgewertet, schwamm jedoch fünf sehr beherzte Rennen. Für die Finalläufe noch zu jung musste Arian bereits in den Vorläufen sein ganzes Können zeigen – und das tat der noch 8jährige. Er unterbot über 50m Freistil und 50m Brust sogar die Kader-Normen des Sächsischen Schwimmverbandes und hätte bei einer separaten Jahrgangswertung durchgängig den ersten oder zweiten Platz belegt. Das lässt für das kommende Jahr hoffen …

Höhepunkte der Veranstaltung waren jedoch die sogenannten k.o.-Läufe über 50m Freistil und 50m Schmetterling. Zunächst musste man sich in den Vorläufen dafür qualifizieren, indem man sich untern den besten Fünf in der Junioren- (15 Jahre und jünger) bzw. Erwachsenenwertung (16 Jahre und älter) platzierte. Dies gelang über beide Strecken sowohl Magnus als auch Kristin Bergmann (Juniorenwertung). Das Finale wurde dann über Ausscheidungsrennen ausgetragen, d.h. zuerst starteten 5 Sportler, dann schied der Langsamste aus, bis nach drei Läufen dann nur noch zwei Sportler im vierten Lauf den Sieg unter sich ausmachten. Für diese beiden war das purere Stress, denn die Starts wurden ohne extra Pause absolviert, d.h. Zielanschlag, Rausklettern aus dem Wasser, auf den Starblock gehen und erneut starten. Hier waren also Sprintausdauer und auch Taktik gefragt. Diese Aufgabe lösten sowohl Kristin als auch Magnus bei den Junioren am besten und verließen jeweils als Sieger sowohl über 50m Freistil als auch über 50m Schmetterling das Wasser. Als Lohn gab es mit einem Schwimmrucksack von Akron für jeden Sieg einen sehr hochwertigen Sachpreis.

Insgesamt war es eine absolut gelungene Veranstaltung, bei der auch das kurzfristig zu erstellende Hygienekonzept durch den Veranstalter Schwimmverband Liechtenstein bestens umgesetzt wurde, und ein mehr als gelungener Einstand des ATSV Freiberg ins neue Trainings- und Wettkampfjahr.